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Eifel
Krieg, Vertreibung
NS–Ordensburg Vogelsang

10.10.2015

Franz–Josef Sistig
Pensionär
ehemaliger Bewohner der Ortschaft Wollseifen
Nationalpark Eifel, Deutschland 2015

Vertreibung im Westen

Franz–Josef Sistig, 1929 in Wollseifen geboren, war zum Zeitpunkt der Vertreibung 16 Jahre alt: »Durch die NS–Ordensburg Vogelsang ist Wollseifen untergegangen, sonst hätten die Engländer sich nicht dort festgesetzt«.

Im Jahr der Machtergreifung 1933 wurde der Bau der NS–Ordensburg Vogelsang (Architekt: Clemens Klotz) in der Eifel geplant und 1934 der Grundstein gelegt. Die Ordensburgen der Nationalsozialisten waren Schulungsstätten für den Nachwuchs der NSDAP-Führungselite. Historisches Vorbild waren mittelalterliche Deutschordensburgen, eine Mischung aus Kaserne, Burg und Kloster.

Aus diesem Grund beschloss die britische Militär–Regierung nach Kriegsende 1945 die Gegend als Truppenübungsplatz zu nutzen. Innerhalb von 14 Tagen mussten die 550 Bewohner ihre Heimat Wollseifen verlassen. Häuser und Gehöfte in Wollseifen wurden zu Zielen und zerstört, die Kirche ging in Flammen auf.

Franz–Josef Sistig hat sich zusammen mit anderen ehemaligen Bewohnern für den Wiederaufbau der Kirche engagiert, die Restaurierung erfolgte mit Mitteln der NRW-Stiftung. Inzwischen ist im Vorhof der Kirche ein ertastbares Modell der ehemaligen Ortschaft Wollseifen aufgestellt.

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