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Euregio
Nuklearenergie
Anti–Atomkraft–Aktivisten

04.06.2016

Léo Tubbax, Jörg Schellenberg, Marc Alexander, Rob Hoenen
Aktivisten aus B, D, NL
Stop Tihange
Centrale nucléaire Tihange–Huy, Belgien 2016

EEG vs. AKW

Den Kernkraftwerken Tihange und Doel in Belgien, betrieben vom Energie-Dienstleister Electrabel, wurde trotz massiver Sicherheitslücken 2012 eine Laufzeitverlängerung erteilt. Dagegen klagt die Städteregion Aachen seit Anfang 2016 vor dem belgischen Verwaltungsgericht, die Landesregierung NRW hat sich der Klage angeschlossen.

Nicht lebenswert?
Léo Tubbax: Ein Problem ist der Reaktor Tihange 1, der seit 40 Jahren in Betrieb ist. Ursprünglich sollte er 30 Jahre lang laufen, jetzt werden es bis zu 50 Jahre. Das Abklingbecken, in dem die Brennelemente gekühlt werden, ist teilweise geschmolzen. Der Reaktor verliert seit 2005 ca. zwei Liter radioaktive Flüssigkeit täglich. Wenn dieses Becken ganz kaputtgeht und nicht mehr gekühlt werden kann, haben wir eine nukleare Katastrophe. Ein weiteres Problem ist Tihange 2. Der Reaktor hat ca. 3.500 Risse von 6 bis 15 cm in der Reaktorwand. Es ist bisher nicht gelungen, diese zu verschließen. Wenn das kalte Wasser der Maas in den Reaktor gelangt und dieser dem thermalen Unterschied und Druck nicht standhält, haben wir die Riesenkatastrophe.
Jörg Schellenberg: Es macht mich wütend, wenn sich wirtschaftliche Interessen gegen den Willen der Bevölkerung durchsetzen, zu Lasten von Millionen Menschen. Ob TTIP, Braunkohle oder Atomkraft, es sind Ideen des Wirtschafts-Lobbyismus.

Unglück?
Jörg Schellenberg: Nicht nur die Atomforschung ist von Lobbyismus durchsetzt, auch viele Bereiche der Wissenschaft, von denen man neutrale wissenschaftliche Erkenntnisse erwarten sollte. Die Menschen so dreist zu verdummen, wie es die belgische Atombehörde tut, macht mich fassungslos.

Wunsch?
Léo Tubbax: Dass diese belgische Regierung verschwindet, sie ist unsozial und pro Atomkraft.
Marc Alexander: Soziales Engagement füreinander. Gleichberechtigung und Respekt für Natur und Mutter Erde.

Angst?
Jörg Schellenberg: Wenn es hier zum Supergau kommt, eine Katastrophe für Belgien, die Niederlande und NRW.
Marc Alexander: Wenn im Reaktor Doel 3 ein schwerer Unfall passiert, er steht nur 12 km entfernt vom Grote Markt in Antwerpen.

Change?
Rob Hoenen: Ein Prozent der Weltbevölkerung besitzt soviel wie 99 %! Diese Ungerechtigkeit muss ein Ende haben.

Couchpartner?
Rob Hoenen: Es ist das tiefe Gefühl von Solidarität um die gemeinsame Sache, über alle Grenzen hinweg! Wir wurden Freunde – wir essen, trinken und lachen zusammen.

Zum Videointerview von Jörg Schellenberg >