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Bankraub

22.07.2016

Pete William Meyer
Musiker, Bankräuber & Familienvater
ehemalige JVA Ulmer Höh´
Düsseldorf, Deutschland 2016

Musiker, Bankräuber & Familienvater

Das Gefängnis Ulmer Höh‘ in Düsseldorf-Derendorf wurde von 1893 bis 2012 betrieben. Hier wurde dem »Vampir von Düsseldorf« Peter Kürten der Prozess gemacht, fand der Terror Andersdenkender durch die Gestapo statt, kamen SS-Mitglieder und KZ-Kommandanten in Haft, saß Andreas Baader (RAF) und die Geiselnehmer von Gladbeck ein.

2012 zogen die Gefangenen nach Ratingen um, seitdem liegt das Gelände brach. Für den Stillstand wird der Bau- und Liegenschaftsbetrieb Nordrhein-Westfalen kritisiert. Zumal Düsseldorf wächst und bezahlbarer Wohnraum knapp ist. In der Eingangszelle 27, im Bild rechts, verbrachte Pete William Meyer seine erste Nacht im Knast. Jahre zuvor hat er einige Banken in Düsseldorf-Derendorf ausgeraubt. Mit der Beute zahlte er die Mitarbeiterlöhne in der väterlichen Firma. Sieben Jahre ging es gut, bis er von seinem besten Freund verpfiffen wurde. Pete wurde zu 4½ Jahren Haft verurteilt und verbrachte sechs Monate davon in der Ulm. Engagiert in der Theatergruppe, für die Gefangenenzeitung, den Chor und in verschiedenen Bands wurde er vorzeitig entlassen. Pete war und ist ein leidenschaftlicher Musiker, der konsequent »Sex, Drugs and Rock‘n Roll« lebte. Heute ist seine Tonkunst gereift, er ist clean, ein liebender Familienvater und steht zu seiner Biografie.

Lebenswert?
Mein Sohn Otis, zwei Jahre und ein Monat alt. Das macht mein Leben wertvoll.

Glück?
Als ich mit Otis in der Kirche war, er wurde gesegnet und er war in meinem Arm, sein Kopf an meinem Kopf, da war ich sehr glücklich.

Unglück?
Als meine Mutter in meinen Armen verstarb. Als ich ins Gefängnis kam.

Wunsch?
Ich bin Kosmopolit und war mit meiner Musik schon international erfolgreich. Mein Wunsch wäre von meiner Musik zu leben, damit weitere Projekte zu finanzieren. Umsetzen, was in mir steckt. Ich arbeite an vielen Projekten in unterschiedlichen Genres. Musik ist teuer, man muss Studios und Musiker zahlen.

Angst?
Ich habe ein finanzielles Polster, es ist nicht unendlich. Ich will es jetzt schaffen, denn ich bin nicht mehr so jung.

Transformation?
Eine Ente wäre gut. Eine Ente kann laufen, schwimmen und fliegen – obendrein schmecken sie gut.

Change?
Die Menschen brauchen Bildung und Spiritualität.

Universum?
Gott gibt mir Kraft, Liebe und die Gewissheit, dass meine Eltern, die mich am allermeisten geliebt haben, an einem besseren Ort sind.

Tod?
Ich glaube, dass es ein Nirvana der Liebe gibt. Keine Körper, einfach nur reine Liebe.