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Nordeifel
Familie, Geschichte
Zweiter Weltkrieg, Zerstörung

08.04.2016

Paul Thewellis
Rentner
Leopold–Hoesch–Museum
Düren, Deutschland 2016

Elternhaus

Kein Ort in Deutschland wurde, im Verhältnis zu Fläche und Einwohnerzahl, mehr zerstört am 16. November 1944 von den Alliierten als Düren (Reproduktionen von Foto Bayer, Düren 1945).

Das Leopold–Hoesch–Museum ist das Elternhaus von Paul Thewellis, 85. Hier verbrachte er seine Kindheit während des Krieges. Der Vater Eduard Thewellis, überzeugter Kommunist und Abgeordneter der KPD im preußischen Landtag, wurde hierhin von den Nationalsozialisten als Hausmeister zwangsversetzt. Der Rest der Familie, sechs Onkel und die Großeltern waren überzeugte Nazis und bekleideten hohe Parteiämter.

Die Oma hatte persönlichen Zugang zu Adolf Hitler, der den Vater mehrfach vor dem Konzentrationslager und einer Exekution bewahrte. Paul wurde auf Geheiß der Oma nach seinem Onkel Paul Thewellis benannt, einem Mitbegründer der Hitlerjugend, der 1931 angeblich von Linken erschlagen und von den Nazis zum Märtyrer stilisiert wurde.

Paul Thewellis ist stolz auf seinen Vater Eduard und bewundert dessen Zivilcourage. Ein besonders Kindheitserlebnis für ihn: Als der Vater bei einem Fliegerangriff die Brandbomben, die das Museum trafen eigenhändig mit einer Schaufel aus dem Fenster warf und so Museum und Kunst rettete.

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