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Ruhrgebiet
Religion, Integration
Industriedenkmal, Strukturwandel

29.09.2009

Rabbiner Yaacov Zinvirt, Israel, Jüdische Gemeinde Oberhausen
Imam Yusuf Incegeles, Türkei, DITIB Merkez Moschee
Pfarrer Frank Hufschmidt, Deutschland, Ev. Gemeinde Meiderich
Landschaftspark Nord, Duisburg, Deutschland 2009
Aus der Serie »Here & There – Ruhr 2010«

Monotheistische Religionen.

Im Landschaftspark Nord in Duisburg, da wo früher Erz gelagert wurde und heute der Alpenverein klettert, trafen sich die Vetreter der monotheistischen Religionen...

»Die Religion wird immer wichtiger. Es geht darum auszuloten, was die Parameter des gesellschaftlichen Zusammenlebens in einem von Migration und Einwanderung Einwanderung geprägten Land sein sollen.« FAZ vom 26.10.2014, Imran Ayata

Yaacov Zinvirt, 47, ist Rabbiner der Jüdischen Gemeinde Duisburg, Mülheim an der Ruhr, Oberhausen. Zinvirt kommt aus dem Jiddischen, eine Mixsprache zwischen hebräisch und deutsch, und bedeutet „die zehn Wörter" also die zehn Gebote.

Yusuf Incegelis, 35, ist seit 2009 als Imam in Duisburg tätig. Nach einer dreistufigen Ausbildung in der Türkei und einem insgesamt neunmonatigen Deutschkurs
wurde er der Gemeinde der Merkez Moschee in Duisburg zugewiesen.

Frank Hufschmidt, 45, ist Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Meiderich in Duisburg. Er ist mit einer Richterin verheiratet, die am Amtsgericht in Wuppertal tätig ist. Er hat einen 11-jährigen Sohn der beim MSV Duisburg Hockey spielt.

Zum Videointerview von Yaacov Zinvirt >

Zum Videointerview von Yusuf Incegelis >

Zum Videointerview von Frank Hufschmidt >

Auschnitte aus dem Interview

Angst?

Imam Incegeles: Meine größte Angst ist Höhenangst. Als ich zum ersten Mal in einem Flugzeug nach Berlin geflogen bin, kostete es mich viel Überwindung, diese Angst zu besiegen.

Rabbiner Zinvirt: Als der Tempel noch stand, sind viele Menschen auch Nichtjuden, dahin zum gegangen um zu beten. Es gibt auch den Satz »Der Tempel ist ein Gotteshaus für alle Menschen«. Wenn wir uns an diesem Leitfaden halten, könnten wir gewiss mit viel weniger Angst in einer besseren Welt leben.

Pfarrer Hufschmidt: Die größte Angst habe ich davor, mit dem Leid nicht fertig zu werden. Ich möchte durchaus Leid auf mich nehmen, es kann aber sein, dass es schwerer ist als ich es mir in der Theorie vorgestellt habe und der Unterschied zwischen Anspruch und Wirklichkeit zu groß ist. Ich möchte auch nicht vorzeitig aus dem Leben scheiden.

Couch-Partner?

Rabbiner Zinvirt: Wir drei haben viele Gemeinsamkeiten und ein großen, gemeinsamen Nenner: Es gibt nur einen Gott.

Pfarrer Hufschmidt: Sie sind Brüder für mich! Menschen auf einer Ebene. Wir versuchen unseren Weg zu Gott zu finden und gehen ihn jeder auf eine eigene Weise. Aber es ist der Gott Abrahams! Wir haben eine Menge gemeinsam, trotz der unterschiedlichen Sichtweisen. Wir gehen auf den Schöpfer zu, möchten ihn erreichen. Daher fühle ich mich den Beiden sehr verbunden. Wünschen würde ich mir, dass dies hier im Alltagsleben noch viel mehr zum Tragen kommt.

Imam Incegeles: Es freut mich, dass ich an diesem Projekt Rote Couch mitwirke und meinen Teil dazu beitragen kann. Glücklich macht mich, dass ich zusammen mit den beiden anderen Vertretern der monotheistischen Religionen ein Gefühl des friedlichen Miteinanders vermitteln kann. Wir als Religionsvertreter können hier ein Zeichen für die ganze Welt setzen und zeigen, dass wir gemeinsam für den Frieden einstehen!