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Politik, Tradition
Bonner Republik

19.03.2016

Jürgen Rausch
Kioskbesitzer
»Bonner Bundesbüdchen«
Bornheim–Hersel, Deutschland 2016

Bonner Republik

»Kohl ließ vom Fahrer die Brötchen abholen, Clement trank dort seinen Kaffee, Joschka Fischer kaufte hier seine Asterix–Comics, Adenauer besorgte sich hier die Tageszeitungen, Herbert Wehner war Stammgast und Schröder rüttelte am Zaun des Kanzleramtes nebenan«

Nahezu 50 Jahre lang galt das 20qm große »Bundesbüdchen« von Jürgen Rausch, 60, als Symbol der Bonner Republik. Mutter Christel Rausch startete nach dem Krieg ihren Service für die angehende Republik mit einer Obstkarre und errichtete 1957 den Verkaufspavillon im »Nierentisch-Stil«. Jürgen Rausch übernahm den Kiosk am Bundeshaus in Bonn 1984 von der Mutter und betrieb das »Bundesbüdchen« bis 2006!

Dann stand es dem Bauvorhaben World Conference Center Bonn (WCCB) im Weg. Ein Projekt, das zunächst Euphorie auslöste, um sich dann zu einem der großen Bauskandale in Bonn zu entwickeln. Der Denkmalschutz rettete den Kiosk, der als Ganzes abtransportiert, auf einem Bauhof in Bornheim–Hersel bis zum heutigen Tage eingelagert ist. Jürgen Rausch und der »Förderverein Historischer Verkaufspavillon e.V.« hoffen bis Ende 2016 den Bundeshaus–Kiosk, restauriert, an historischer Stelle erneut aufzustellen…

Bilder im Bild:
Foto: 2006 von Jürgen Schulz, ehem. Fotograf Bundesrat
Adenauer-Gemälde: anonym, Leihgabe des Enkels Konrad Adenauer

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