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Sauerland
Integration
Schützen–Brauchtum

09.01.2016

Mithat Gedik
Muslimischer Schützenkönig der Bruderschaft St. Georg, Sönnern-Pröbsting
Schützenhalle Lüdenscheid
Lüdenscheid, Deutschland 2016

Islam und deutsches Brauchtum

Mehr Integration geht nicht: Mithat Gedik, 35, gebürtig aus Hamm, bekleidet eine Führungsposition in einem Entsorgungsunternehmen. Er und seine deutsche Frau Melanie erziehen die vier Kinder christlich-muslimisch. Die Gemeinschaft im Dorf und Verein ist ihm wichtig und die Türkei nur noch ein schönes Urlaubsziel…

Seine Freude war groß als er den Vogel abgeschossen hatte und Schützenkönig 2014 der St.–Georg–Bruderschaft Sönnern–Pröbsting Werl wurde. Doch der konfessionell orientierte Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften (BHDS, Leitsatz für „Glaube–Sitte–Heimat“ verpflichtet) sah seine Satzung missachtet und der erste muslimische Schützenkönig dürfe nicht einmal Mitglied sein und möge konvertieren.

Auf Mithat Gedik und seine Familie stürzte ein kaum erträglicher nationaler und internationaler Medienrummel ein. Unter dem massiven politischen und öffentlichen Druck knickte der BHDS ein, Mithat Gedik durfte seinen Titel behalten. Und die Unesco stellte aufgrund dieses Vorfalls die Bewerbung des BHDS um Anerkennung als Weltkulturerbe zurück. Inzwischen kündigt der BHDS eine Öffnung gegenüber Nicht–Christen, wiederverheirateten Geschiedenen und Homosexuellen an.

Die Schützenhalle Lüdenscheid, eröffnet im Jahr 1900, verkörpert symbolisch den Wohlstand der Stadt und ihrer Bürger. Sie befindet sich seit 2013 im Eigentum der Bergstadt Stiftung, die aus der Schützengesellschaft 1506 e.V. hervorgegangen ist. Die prächtige Halle wird regelmäßig für Events und Kulturveranstaltungen genutzt. Und die Schützengemeinschaft 1506 e.V. führt hier seit über 100 Jahre ihre Schützen–Wettbewerbe und Feiern durch.

Die NRW–Stiftung unterstützte die Restaurierung des Eckturms der Lüdenscheider Schützenhalle, deren Innenausstattung nahezu vollständig erhalten ist.

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