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Interreligiöser Dialog
Hinduismus

06.07.2016

Familie Paskaran
Hindu Shankarar Sri Kamadchi Ampal Tempel e.V.
Hamm–Uentrop, Deutschland 2016

Farbe für das Industriegebiet

Der Sri-Kamadchi-Ampal-Tempel steht in Hamm-Uentrop inmitten des Gewerbegebiets. In der Nähe der rauchenden Schornsteinen eines RWE Kraftwerks und einem Schlachthof der Westfleisch, einem der größten Fleischerzeuger Deutschlands und Europas. Was 1989 als kleiner Andachtsraum im Keller der Mietwohnung Arumugam Paskarakurukkals begann, ist heute der zweitgrößte hinduistische Tempel in Europa, finanziert aus Spenden und Darlehen. Der Tempel ist Zentrum und Symbol für den Hinduismus im Exil. Jedes Jahr kommen rund 20.000 Gläubige aus ganz Westeuropa zum Tempelfest nach Hamm, um im heiligen Wasser des Datteln-Hamm-Kanals zu baden. Dem Glauben zufolge sind alle Flüsse unterirdisch mit dem Ganges verbunden.

Zuhause?
Arumugan: Wir haben Sri Lanka aufgrund des Bürgerkrieges zwischen der singhalesischen und tamilischen Minderheit verlassen und sind 1985 in Deutschland angekommen. Zuerst hatte ich Probleme mit Kultur, Essen und Sprache. Jetzt ist hier mein Mutterland.
Archchuna: Deutschland, weil ich hier aufgewachsen bin. In der Schule bin ich deutsch, zu Hause indisch.

Nicht lebenswert?
Arumugan: Wenn Leute klauen, schlechte Worte sagen oder Schlechtes tun, leidet ihr Leben darunter.

Glück?
Sunthary: Meine Familie ist mein Tempel, ich kann mit ihnen über alles reden.

Unglück?
Archchuna: Wenn man einander auf der Straße begegnet, schauen die Deutschen immer weg und lächeln nicht. In Indien ist das völlig anders, die Menschen lachen sich an und sprechen miteinander.

Wunsch?
Arumugan: Gott hilft allen Menschen, damit Gesundheit und Glück herrschen.

Angst?
Sunthary: Dass die Kriege zwischen den Religionen immer stärker werden, vieles zerstören und unsere Kultur dabei untergeht.

Change?
Archchuna: Die Menschen sollen erst mal die religiösen Schriften ihrer Religion durchlesen. Sie sind ja nicht umsonst da.

Universum?
Sunthary: Es gibt natürlich wissenschaftliche Belege, aber ich stehe dazu: Gott hat die Welt erschaffen.

Tod?
Arumugan: Hat man im vergangenen Leben Schlechtes gemacht, wird man wiedergeboren, um seine Sünden zu begleichen. Nach guten Taten bekommt man die Chance auf Wiedergeburt, um mehr Positives zu vollbringen. Bei einer Balance zwischen »Gut« und »Böse« ist unsere Seele frei und eine Wiedergeburt findet nicht mehr statt.

 

Zum Videointerview von Arumugan >