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Niederrhein
Schweinemast
Remontierung

15.01.2016

Bernhard Stenmans
Landwirt
Schweinemast Achterhoek
Kevelaer–Winnekendonk, Deutschland 2016

Frischfleisch für Discounter

Bernhard Stenmans, 54, betreibt zusammen mit seinem Sohn eine Schweinezucht mit Mastbetrieb, bestehend aus 320 Sauen und ca. 6.000 Tieren. Er ist im Ehrenamt seiner Gemeinde aktiv und versucht sein Bestes: Keine Tiertransporte, der Schlachthof ist neun Kilometer entfernt. Es gelang den Antibiotika-Einsatz drastisch zu senken.

Dabei ist der Markt schwierig: Die Einkommen der konventionellen Landwirte sind in den vergangenen zwei Jahren um 50 Prozent gesunken, die Zahl der Betriebe sank in den letzten 15 Jahren um fast 90 Prozent. Die Produktion von Schweinefleisch stieg um 50 Prozent. Immer mehr Megaställe mit Zehntausenden Tieren bei einem gleichzeitigen massiven Preisverfall. Ergo Nitrate im Boden, Ammoniak in der Luft und kaum neue Arbeitsplätze!

Auch der Widerstand der Bevölkerung gegen Massentierhaltung in Großställen wächst. Auf Kritik stößt die Haltung der Tiere auf Vollspalten–Boden in zu großer Zahl, die der Sauen in Kastenständen und der massive Einsatz von Antibiotika. Gülle– und Ammoniak–Ausstoß der Anlagen tragen dazu bei, Böden, Biotope, Grundwasser, Seen, Flüsse mit Nitrat zu überdüngen. Paradox dabei ist die Heuchelei vieler Konsumenten, die jeden Tag Fleisch essen, es immer billiger einkaufen wollen und die Tiere dabei gut behandelt wissen möchten.

Aber immer mehr Deutsche essen weniger Fleisch und die Zahl der Betriebe mit ökologisch bewirtschafteten Anbauflächen wächst beständig trotz der Preisabstände bei Fleisch und Milch.

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