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Münsterland
Bildung, Historie
Haus der Niederlande

19.07.2015

Prof. Dr. Barbara Stollberg–Rilinger
Historikerin an der Westfälischen Wilhelms Universität Münster
Haus der Niederlande
Münster, Deutschland 2015

»Es kann nicht so bleiben wie es war«

Prof. Dr. Barbara Stollberg–Rilinger, 60, lehrt an der Universität Münster und ist Sprecherin des Exzellenzclusters »Religion und Politik in den Kulturen der Vormoderne und der Moderne«. Ihr Interesse gilt der Politik– und Verfassungsgeschichte, sie forscht über Symbole und Rituale. Sie wurde u. a. mit dem Deutschen Historikerpreis, dem Gottfried–Wilhelm–Leibniz–Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem NRW Innovationspreis ausgezeichnet.

Das »Haus der Niederlande«, auch Kammeramtshaus benannt, ist das einzige erhaltene Haus seiner Zeit in Münster. Alle anderen historischen Gebäude Münsters waren zerstört und wurden neu erbaut. Das Gebäude symbolisiert die Geburtsstunde der Niederlande. In Münster wurde 1648 der spanisch-niederländische Vertrag unterzeichnet, der den Achtzigjährigen Krieg der Niederländer um ihre Unabhängigkeit von den Spaniern beendete.

Während der Verhandlungen des Westfälischen Friedens diente es den niederländischen Gesandten und den päpstlichen Gesandten als Unterkunft (päpstlicher Nuntius war Fabio Chigi, später Papst). Die Verhandlungen fanden von 1646 bis 1648 abwechselnd in den Quartieren der beteiligten Gesandten statt.

Nach heutigem Verständnis wird der Westfälische Friede als historischer Beitrag zu einer europäischen Friedensordnung gleichberechtigter Staaten und als Beitrag zur friedlichen Toleranz der Konfessionen gewertet. Die Verträge von Münster stehen am Anfangspunkt einer Entwicklung, die zur Herausbildung des modernen Völkerrechts geführt haben.

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